Copyright: Mag. Siegfried Trebuch & Gaby Teroerde, www.geistigewelt.tv


Auch der Geist braucht Nahrung

 

Nahrung für den Geist sind unsere Gedanken und tiefen inneren Überzeugungen und Glaubenssätzen, die unsere innere geistige Haltung ausmachen. Es geht um Gedanken über uns selbst, über andere Menschen und über die Welt. Wenn wir „lichtvolle Gedanken“ haben und fördern, so wird unser Geist gesund ernährt. Was sind nun lichtvolle Gedanken? Lichtvolle Gedanken sind Gedanken, die uns aufbauen, motivieren, anregen, beflügeln, uns förderlich und dienlich sind, uns positiv und zuversichtlich stimmen und wir uns innerlich aufgebrochen, erweitert und wachsend fühlen.

 

Mindness als Wachstumsmarkt

 

MINDNESS nennt Matthias Horx, einer der bekanntesten deutschen Zukunftsforscher als einen wachsenden Trend nach WELLNESS und SELFNESS. Mindness heißt richtiges Denken durch schöne und positive Gedanken, das Positive im Leben zu suchen und zu vermehren, sich vom eigenen Gedankenmüll zu verabschieden und den Kreislauf der Freude in Gang setzen. Gerade in unseren Breitengraden gibt es hier großen Nachholbedarf.

 

Am Anfang war WELLNESS. Wir fühlten uns gestresst und wollten uns etwas gönnen, um unseren Körper und unsere Seele zu entspannen. Dafür war die Wellness-Welle genau richtig. Wellness sagt "Begib dich in deine Komfortzone, lehne dich zurück und relaxe, lass dich verwöhnen." Diese reine Wohlfühllehre ist an ihre Grenzen gestoßen. Auf Wellness folgte SELFNESS. Selbstveränderung lautet nun die Devise. Die Menschen müssen neue Wege gehen, eigenständiger werden. In Krisenzeiten geht es längst nicht mehr nur ums Wohlfühlen. Körper und Seele können nicht ins Gleichgewicht kommen, wenn der Geist nicht ebenfalls seine Balance findet. Dazu ist es erforderlich, mentale Stärke und Resilienz zu entwickeln. In den nächsten Jahren steht uns eine starke Auseinandersetzung mit dem Bewusstsein bevor. Das beinhaltet auch die Verantwortung für die Art und Wiese, wie wir denken. Es wird immer mehr darum gehen, angesichts einer unruhigen Umwelt mehr Selbstkompetenz als Grundlage für mehr Selbstverantwortung und Selbstständigkeit zu erlangen. Der Weg zu Selfness führt über das Verlassen der Komfortzone, um sich mit den Defiziten im eigenen Leben zu konfrontieren. Selfness verlangt, sich nicht länger um die Verantwortung für das eigene Wohlergehen zu drücken. Die nächste Entwicklungsschritt heißt nun Mindness.

 

Vom Gehirnbesitzer zum Gehirnbenutzer

  

Heute Morgen schaltete ich das Radio ein und in diesem Moment kam ein Interview mit einem Politiker, der über die Wirtschaftskrise und über notwendige Steuererhöhungen sprach. Ich hing so meinen Gedanken nach - zu dem Gesagten und plötzlich merkte ich, wie ich mich vom Negativen dieser Aussagen fangen lassen habe. Es hat eine Zeit gedauert, bis mir klar wurde, dass dies gar nicht meine eigenen Gedanken waren. Ich hatte mich verführen lassen von den Aussagen eines anderen. Unbewusst hatte ich in die Führung über mein Denken einem anderen überlassen. Plötzlich war mir klar, wie schnell es geht, mir mein eigenes Steuerrad aus der Hand nehmen zu lassen. Es gibt nur eines, was hier hilft: Gedankenhygiene!

 
An diesem praktischen und alltäglichen Beispiel kannst du dir jetzt vielleicht vorstellen, wie viel „Gedankenmüll“ sich im Laufe unseres Lebens so ansammeln kann – sofern wir nicht immer wieder die Verantwortung für unser Denken übernehmen und regelmäßig diesen „Gedankenmüll“ fachgerecht entsorgen.  

 

Gedankenhygiene

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Begeisterung ist Dünger für unseren Geist


Begeisterung ist der Zustand, dass jemand von Freude und Erregung erfüllt wird, weil er etwas sehr beeindruckend, gut oder interessant findet. Gerald Hüther, Professor für Neurobiologie und Hirnforscher spricht davon, dass die Strukturierung des menschlichen Gehirns in hohem Maße durch die individuellen Erfahrungen gelenkt wird. Weiter schreibt Hüther in einem Artikel: Leider ist vielen Erwachsenen das verloren gegangen, womit sie als Babys auf die Welt gekommen sind. Kleine Kinder machen sich auf den Weg, die Welt zu entdecken, zu erforschen und zu gestalten. Sie sind unglaublich offen, neugierig und ihre Begeisterung durchströmt den gesamten Körper. Zwanzig bis fünfzig Mal am Tag erlebt ein Kleinkind den Zustand größter Begeisterung und jedes Mal kommt es dabei im Gehirn zur Aktivierung der emotionalen Zentren. Die dort ausgeschütteten neuroplastischen Botenstoffe führen zum Auswachsen neuer Fortsätze im Gehirn, die zur Lösung eines Problems oder zur Bewältigung einer neuen Herausforderung aktiviert worden sind.

„Wenn wir wirklich etwas verändern wollen, brauchen wir Begeisterung“. Dalai Lama

 
Den meisten Menschen ist es immer wichtiger, gut zu funktionieren. Wie es dem einzelnen Menschen mit der fehlenden Begeisterung ergeht, so ergeht es auch unserer menschlichen Gemeinschaft. Wir erleben das Tag für Tag in der Familie, in der Schule und im Beruf. Unsere ganze Gesellschaft hat die Fähigkeit zur Begeisterung verloren. Es fehlt an Kreativität, Lebensfreude, Entdeckerlust und Gestaltungskraft. Sie funktioniert nur, aber sie lebt nicht mehr.

 

Laut Hüther kennt die moderne Hirnforschung den Weg hinaus aus diesem Dilemma: Alles, was Menschen hilft, was sie einlädt, ermutigt und inspiriert, eine neue, andere Erfahrung zu machen als bisher, ist gut für des Hirn und damit gut für die Gemeinschaft.

Menschen, denen es gelingt, ihr Gehirn noch einmal auf eine andere als die bisher gewohnte Weise zu benutzen, bekommen ein anderes Gehirn. Menschen, die sich noch einmal mit Begeisterung für etwas öffnen, was ihnen bisher verschlossen war, praktizieren dieses wunderbare Selbstdoping für das eigene Gehirn. Die Wissenschaft nennt diesen Prozess Potenzialentfaltung. Es ist das genaue Gegenteil von dem, was die meisten Menschen gegenwärtig betreiben: bloße Ressourcennutzung.

Um es Menschen in Zukunft zu ermöglichen, ihre Potenziale optimaler zu entfalten, müssen dafür günstigere Rahmenbedingungen geschaffen werden, muss eine auf Potenzialentfaltung ausgerichtete Beziehungskultur in Familien, Kindergärten, Schulen, Universitäten, im Berufsleben entwickelt werden.

 

Wenn etwas für uns bedeutsam oder sinnvoll ist, kann sich daraus Begeisterung entwickeln und ein Wille entstehen. Und wir kennen alle den Spruch „Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.“ 

 

Gedankenstille

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Unsere Gedanken zu überprüfen und bewusst zu steuern ist eine sinnvolle Übung. Eine ergänzende und ebenfalls wichtige Übung ist, in die „Gedankenstille“ zu gehen. Sie kennen sicherlich alle das Sprichwort „In der Ruhe liegt die Kraft“ – treffender finde ich allerdings „In der Stille liegt die Kraft“. Es geht über Gedankenstille hinaus und meint das ungetrübte nach innen Lauschen. Im Buddhismus heißt es „in fließendem Gewässer kannst du dein Spiegelbild nicht sehen!“

 

Durch unsere Alltagsbelastungen und Probleme ist unser Gehirn permanent beschäftigt und unser Denken gerät oft außer Kontrolle. Diese Gedanken können auch sehr laut sein und uns „stören“. Es ist nicht mehr möglich, es abzustellen, um zu der benötigten Ruhe zu finden. Die Gedankenketten kreisen unaufhörlich weiter, ohne dass wir noch genügend Kraft haben, um eine Klärung herbeizuführen. Ablenkung durch Fernsehen oder anderer Art befreit uns zwar von der Fixierung, verhilft uns jedoch nicht zur Ruhe.

 

Ein ruhendes Gehirn gibt es nicht, es sei denn, es ist tot. Aus dieser biologischen Warte ist es daher nicht durchführbar, das Gehirn zur Stille zu bringen, wie etwa „ich denke nicht mehr“. Es kann das Denken abgestellt werden, aber nur dann, wenn sich das Gehirn einem anderen intensiven Tätigkeitsbereich zuwendet. Das bedeutet: Wenn wir Gedankenstille wollen, dann müssen wir unsere Aufmerksamkeit auf etwas anderes und interessanteres (innere oder äußere Geschehnisse) orientieren!

 

Das Erlebnis von Stille ist uns Erwachsenen meist unbekannt. Viele fühlen uns von der Stille sogar bedroht und verbinden sie mit Leere und Langeweile, denen man mit jedem Mittel entkommen muss. Wer aber die Stille als eine lebensbereichernde Qualität erlebt hat, der wird sie nicht mehr missen wollen, sondern sie ernst nehmen und immer wieder solche stillen Momente suchen. Diese Stille hat viele verschiedene Gesichter, Geräusche und Töne. Wer einmal die Stille des Waldes oder eines ruhigen Zimmers gesucht hat, weiß das.

 

Eckhart Tolle spricht vom „inneren Raum“

Der spiritueller Lehrer und Bestsellerautor Eckhart Tolle (geboren am 16.2.1948 in Dortmund, der Bestseller „Jetzt – Die Kraft der Gegenwart“ wurde in 35 Sprachen übersetzt) spricht von einem „inneren Raum“ jenseits von Gedanken, Emotionen und reaktivem Verhalten. Tolle spricht davon, uns über den Strom der Gedanken zu erheben, noch wacher zu sein als beim Denken. Wir sind nicht unsere Gedanken. Seit Tausenden von Jahren sprechen Weisheitslehrer von einem Bewusstseinswandel, was aber fast immer missverstanden wurde. Er spricht davon, achtsam, aufmerksam im Jetzt und bewusst zu sein, ohne denken zu müssen. Man verliert sich nicht mehr in Gedanken, ist nicht mehr besessen von Gedanken und ist nicht mehr vollkommen identifiziert mit seinen Gedanken. Deshalb ist es so bedeutend, diese Dimension in sich zu finden.

 

Ohne diesen inneren Raum ist ein echtes und aktives Zuhören eines anderen Menschen gar nicht möglich. Um diesen inneren Frieden und die innere Harmonie zu erfahren, gibt es mehrere Übungen, durch die wir immer wieder unsere Gedanken stoppen und unser Gehirn „entleeren“ können.

 

Einige Übungen zur Gedankenstille

 

1. Gezielte Ablenkung durch Konzentration auf ein Objekt
Wir suchen uns ein Objekt in unserer unmittelbaren Umgebung aus. Das kann eine Blume, ein Baum, ein Tier, ein Tisch oder irgendein beliebiger Gegenstand sein und lenken unsere Aufmerksamkeit auf dieses Objekt. Wir beobachten dieses Objekt und nehmen es mit all unseren Sinnen einfach nur wahr.

 

2. Atemlauschen 

Unser Atem fließt natürlich und unbeeinflusst aus und ein. Wir lenken unsere Aufmerksamkeit auf unseren Atem und lauschen dem Strom des Atems. Wir beobachten den eigenen Rhythmus unseres Atems. Wir beobachten, wie wir ein- und ausatmen. Wenn wir möchten, so zählen wir beim Einatmen „eins“ und beim Ausatmen „zwei“. Somit schenken wir diesem Vorgang unsere volle Aufmerksamkeit, sodass der gedankliche Prozess völlig in den Hintergrund tritt. Bei längerer Praxis stellt sich ein Zustand von großer Aufmerksamkeit und erhöhter Bewusstheit ein.

 

3. Ruhen in der Körpermitte
Wir lenken unsere Aufmerksamkeit in die Körpermitte (Brust oder Bauch), ruhen in uns selbst, sind ruhig und ausgeglichen, spüren in uns die Energie als fließende Wärme oder strömende und belebende Kraft. Von dieser Basis aus betrachten wir aufmerksam die Dinge um uns.

 

4. Gedanken beobachten 

Wir lassen unsere Gedanken an uns wie Wolken vorüberziehen, die kommen und gehen. Wir lassen es geschehen ohne Interesse am Inhalt der Gedanken.

 

5. Meditation
Die Buddhisten vergleichen den menschlichen Verstand wie die Affen. Wie die Affen von Baum zu Baum springen und nicht zur Ruhe zu bringen sind, kreisen die Gedanken des Menschen pausenlos in seinem Verstand. Um den Verstand zur Ruhe zu bringen und die Stille erfahren zu können, muss er trainiert werden. Dies geschieht durch regelmäßige Meditation.

 

6. Schweigen („wahrnehmen statt plappern“) 

Um sich wieder auf sich zu „besinnen“ gibt es mittlerweile ein breites Angebot an Schweigeseminaren. Vor allem ein Schweigeseminar im Kloster erscheint Wirkung zu zeigen.  Auch in Schulen beschäftigt sich die Sonderpädagogik mit diesem Thema. Statt wie sich bisher im Pausenlärm zu verlieren, lernen Kinder nun, wie sie auch schweigend ihre Schulsachen auspacken können und dadurch viel mehr wahrnehmen als bisher.